Kultur Berichte und Vorschau
Anziehungskraft ungebrochen: Dead Flowers und Women Market spielten im BÜZ bis Mitternacht

Women Market in erweiterter Formation gelang es, ihr Publikum für sich einzunehmen. Foto: Martina Graff
Von Martina Graff
Minden (mgr). Musiker um die 50 Jahre können ein gemischtaltriges Publikum begeistern. Das ist spätestens seit den Rolling Stones bekannt. So entwickeln sich auch die Konzerte unter dem Thema Rock History im BÜZ, bei denen nicht mehr ganz so junge Musikakteure im Scheinwerferlicht stehen, zu wahren Publikumsmagneten.
Dicht gedrängt standen rund 120 Rockfreunde in dem Kulturzentrum, als die Dead Flowers, eine neue Formation mit altgedienten Mindener Musikern, die Bühne einnahmen. Diese begannen ihr Programm mit einem von insgesamt drei Stones-Titeln und hatten das Publikum gleich auf ihrer Seite. Ein Stones-Song ist es übrigens auch, der die Band zu ihrem Namen inspiriert hat.
Hans Watermann setzte mit seiner Harp und seiner akustischen Gitarre einen Kontrast zu der von Reinhard Werner mit Distortion gespielten E-Gitarre, der mit dem Gary-Moore-Titel The Loner sein Können richtig glänzen lassen konnte. Von Sigurd Simon am Keyboard, Gerald Weber am Schlagzeug und seinem Sohn Thorsten Kegel am Baß fundiert unterstützt sang Rainer Kegel locker durch das Programm, das neben Songs von den Kinks, Sting und Neil Young auch Deutschsprachiges beinhaltete.
Hart gespielter Bluesrock des Rock-Urgesteins Women Market bestimmte den zweiten Teil des Abends. Bernd Tich Gadow am Drumset, Joachim Fuchs am Baß und Uli Waltke an der Rhythmusgitarre sorgten für den nötigen Druck und eine solide Basis, auf der Fritz Griepentrog, mal mit tiefer, rauher Stimme, mal mit fast weicher Kopfstimme das Programm zelebrierte. Das aus Songs von Them, Rolling Stones, Pretty Things, John Mayall und Canned Heat bestehende Set brachten die Musiker in einer Art, die man fast Punk-Blues nennen könnte. Immer wieder brachte Norbert Stern, der große Könner an der Gitarre, die Show mit seinen ausgefeilten, schnellen Soli auf Höhepunkte.
Eine sehr gelungene Unterstützung erfuhr Women Market dieses mal durch zwei special guests. Der erst 17jährige Greg Lax begleitete einige Songs am Keyboard. Mit seiner Bluesharp drückte Rolf Graff mehreren Stücken eine gekonnte bluesige Note auf. Erst nach Zugaben durften die Rocker die Bühne gegen Mitternacht räumen. Veranstalter, Musiker und Publikum waren sich darin einig, einen Abend erlebt zu haben, der allen einfach Spaß gemacht hat.
16.03.1999